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Materialkunde

Barrierefolien – für den zuverlässigen Schutz von Lebensmitteln

Die genauere Bezeichnung dieser Folie beschreibt schon ihre wichtigste Funktion: Eine Barrierefolie bildet eine Barriere, also eine Sperrschicht, zwischen dem Produkt und der Außenwelt und schützt es so vor unerwünschten Einflüssen. Lesen Sie mehr zu dieser interessanten Verpackungsart, die heutzutage aus der Lebensmittelbranche nicht mehr wegzudenken ist.

Funktion dieser Spezialfolien

Barrierefolien sind auch unter dem Begriff „Sperrschichtfolien“ bekannt. Sie verhindern oder verringern das Eintreten von Sauerstoff (O2), hemmen oder minimieren aber auch das Austreten von Gasen wie Kohlendioxid (CO2) oder Stickstoff (N2). Polyethylen (PE) hingegen verhindert allein schon als Siegelschicht das Austreten von Wasserdampf.

Barrierefolien kommen in Schutzgasverpackungen (MAP = Modified Atmosphere Packaging; „Verpacken mit modifizierter Atmosphäre“) der Lebensmittelindustrie in den letzten Jahren immer häufiger zum Einsatz. In Kombination mit den oben erwähnten Gasen erhöhen sie das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von Lebensmitteln, insbesondere von leicht verderblichen wie Frischfleisch und -fisch.

Vielseitige Einsatzgebiete

Sperrschichtfolien gehören zu den Verbundfolien und überzeugen durch

  • ihre herausragenden Barriereeigenschaften gegen Temperatur und Luftfeuchtigkeit,
  • ihre bemerkenswerte Reiß- und Durchstoßfestigkeit,
  • ihren sehr guten Licht- und UV-Schutz.

Ein großer Pluspunkt dieser Folien: Aus der Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten – beispielsweise eine Trägerfolie aus PE mit einer Beschichtung aus Ethylenvinylalkohol (EVOH) – ergeben sich optimale Lösungen für unterschiedlichste Anforderungen.

Deshalb sind sie für viele Bereiche das Mittel der Wahl – nicht nur für den Nahrungsmittelsektor, auch wenn sie dort häufig als Lebensmittelverpackungen für

  • Fisch
  • Fleisch
  • Käse
  • Süßwaren
  • Teigwaren
  • Backwaren
  • Obst und Gemüse
  • Trockenprodukte
  • Fertigprodukte

zum Einsatz kommen. Auch im Non-Food-Bereich sind sie eine interessante Lösung für

  • Folien für Kleinteile
  • Haushaltsartikel
  • Druck und Papier
  • Lohnverpacker,

wenn die zu verpackenden Artikel zum Beispiel spezielle atmosphärischen Bedingungen benötigen.

Verbundfolien in verschiedensten Ausführungen

Sperrschichtfolien gibt es in der Ausführung „mittlere Barriere“ und „Hochbarriere“, wobei letztere wegen ihrer höheren Schutzeigenschaften wesentlich häufiger Verwendung finden.

Bei Hochbarrierefolien handelt es sich speziell entwickelte Verbundfolien. Interessant sind sie vor allem für den Nahrungsmittelbereich, da sie UV-Strahlen und Sauerstoff aussperren und auf diese Weise Aroma, Frische und Aussehen der Produkte erhalten. Der Verbraucher erhält am Ende eine Ware von erstklassiger Beschaffenheit und mit längerer Haltbarkeit als ohne entsprechender Umhüllung.

Die schützende Schicht bzw. Schichten werden mittels Extrusion, Bedampfung oder Lackierung auf Trägerfolien zum Beispiel aus Polystyrol (PS), Polypropylen (PP) oder PE aufgebracht – entweder als Ober- und/oder Unterfolie oder als Zwischenschicht. Die Hochbarriereschicht selbst besteht oft aus

  • Ethylenvinylalkohol (EVOH),
  • Aluminiumoxid (Alox) oder
  • Polyvinylidenchlorid (PVDC)
  • Polypropylen (PP) oder
  • Polyethylenterephthalat (PE).

Faktoren, die über die geeignetste Folienart entscheiden

Welche Barrierefolie die geeignetste ist, hängt von Faktoren ab wie

  • zu verpackende Ware,
  • gewünschte Folienstärke,
  • Verarbeitungsbedingungen,
  • Bedruckbarkeit,
  • Einsatz für Tiefziehautomaten (als Schalensiegel-, Schlauchbeutel- oder Oberfolie).

Einige geläufige Weichfolien, zum Beispiel solche aus PE oder Polyamid (PA), haben von sich aus eine große Eigenbarriere und müssen daher nicht mit weiteren Schichten kombiniert werden.

Interessante Eigenschaften von Hochbarrierefolien

Einige dieser Folien bieten nicht nur eine hohe Barrierewirkung, sondern sind auch sehr praktisch in der Handhabung: Die Produkte können mitsamt der Verpackung in der Mikrowelle erhitzt werden.

Ein für die Nahrungsmittelproduzenten wichtiger Aspekt ist die Gestaltungsmöglichkeit der Produktverpackung. Viele Sperrschichtfolien lassen sich kundenspezifisch bedrucken – mit dem Logo, aber auch gesetzlich relevanten Informationen (z.B. MHD).

Die Kunststoffverpackungen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, beispielsweise als

  • Rollenware,
  • Schlauchfolien,
  • Flachfolien,
  • Standbodenbeutel oder
  • konfektionierte Beutel.

Auf diese Weise werden sie den vielseitigen Ansprüchen unterschiedlichster Branchen gerecht.

Mit individueller Beratung zum optimalen Ergebnis

Aufgrund der Fülle an Verbundfolien ist eine eingehende Beratung durch einen Experten in Sachen Folien und dazugehörige Verpackungsmaschinen unerlässlich. So ist sichergestellt, dass der Endverbraucher ein Produkt von höchster Qualität in den Händen hält. Gleichzeitig kann der Produzent auf eine kostengünstige und zeitsparende Verpackungslösung zurückgreifen. Entgegen landläufiger Meinung sind Folienverpackungen recyclebar und punkten daher auch in puncto Nachhaltigkeit – also eine Win-win-Situation auf allen Seiten.

Beste Grüße aus Landsberg am Lech

Ihr Mathias Weileder