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Materialkunde

Mehrschichtfolien – darum machen mehrschichtige Folienverpackungen Sinn

Wurst, Käseaufschnitt, Leberwust, Reinigungsmittel, Tiernahrung und vieles mehr kommen beim Konsumenten verpackt an. Dabei sollten die Folienverpackungen den Produktinhalt schützen und leicht zu öffnen sein. Entsprechend hoch sind deswegen die Anforderungen an die jeweiligen Verpackungsmaterialien.

Um diese zu erfüllen, haben Verpackungs-Spezialisten verschiedene Werkstoff-Mixe entwickelt, um daraus mehrschichtige Verpackungen für den täglichen Gebrauch zu konstruieren. Warum Mehrschichtfolien so flexibel einsetzbar sind, verrate ich Ihnen im Folgenden.

Aufbau von mehrschichtigen Folien

Folienverpackungen müssen durch ihre Festigkeit, Flexibilität und Barrierewirkung gegenüber Aromen überzeugen. Die Vielseitigkeit der Anwendungen ist aber nur dann gegeben, wenn verschiedene Kunststoffe miteinander verbunden werden. Eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Mehrschichtfolien spielen Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP). Beide Materialien verfügen über

  • sehr gute Flexibilität,
  • Sperrwirkung gegenüber Wasserdampf,
  • Siegelfähigkeit.

In Verbindung mit Polyamiden (PA) sind mehrschichtige Folien unter den Verbundfolien unschlagbar. Polyamide ergänzen die Besonderheiten von PE und PP um Stabilität, Biegsamkeit, enorme Festigkeit bei höheren Temperaturen. Zu diesen Basismaterialien kommen z.B. Barrierestoffe wie Ethylen-Vinylalkohol (EVOH), Haftvermittler und Klebstoffe hinzu, die für die vollständige Verbindung zwischen allen Materialien sorgen.

PE – Polyethylen

PE kommt bei der Produktion von Folien oder Behältern am häufigsten zum Einsatz. Dabei handelt es sich um lange CH2-Molekülketten. Je nach Dichte unterscheidet man vier Arten, von LDPE/PE-LD (low density Polyethylene) bis hin zu UHMVPE/PE-UHMV (ultra high molecular weigh Polyethylene). Polyethylen verfügt über ein ausgezeichnetes Gleitreibeverhalten dank der antiadhäsiven und wachsartigen Oberfläche. Für die Verarbeitung zu Kunststofffolien eignet es sich hervorragend, denn es ist

  • einfach zu verarbeiten,
  • günstig in der Herstellung,
  • sehr dehnbar und zäh,
  • beständig gegen Chemikalien.

PP – Polypropylen

PP ähnelt in seinen Eigenschaften dem PE, wobei es wesentlich härter und stabiler ist. Es entsteht mittels Polymerisation von Propen. Weitere Eigenschaften von Polypropylen sind:

  • hohe Wärmeformbeständigkeit,
  • gute Chemikalienbeständigkeit,
  • keine elektrische Leitfähigkeit.

PA – Polyamide

Polyamide bestehen aus  Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und Stickstoff. Sie sind zäh und zeichnen sich durch sehr gutes Gleit- und Verschleißverhalten aus. Polyamide sind ein ausgezeichneter Baustoff von Mehrschichtfolien, weil sie eine wirksame Barriere für Sauerstoff und Chemikalien darstellen.

Mehrschichtfolien und ihre Anwendungsbereiche

Mehrschichtfolien sind beim Verpacken von Lebensmitteln wie Wurstscheiben sehr beliebt. Solche Verpackungen bestehen aus einer stabilen, thermogeformten Unterschale und einem flexiblen, abziehbaren und wiederverschließbaren Foliendeckel, welcher bedruckt ist. Über einen Haftvermittler werden verschiedene Folienschichten jeweils in der Ober- und Unterschale zusammengeführt.

Gut zu wissen: Mehrschichtfolien eignen sich darüber hinaus auch ganz hervorragend als Verpackung von medizinischen Waren, technischen Produkten und Kosmetikartikeln!

Dank der Kombination mehrerer Werkstoffe sind Mehrschichtfolien aus der Verpackungsindustrie nicht mehr wegzudenken. Bestes Beispiel hierfür sind Polyolefinfolien, mit deren Vorteilen ich mich (aus gutem Grund) hier im Blog ja bereits mehrfach beschäftigt habe!

Viele Grüße aus Landsberg am Lech,