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Materialkunde

Leistungsfähige Weichfolie zum Verpacken von Lebensmitteln

Weichfolien sind aus der Lebensmittelindustrie nicht mehr wegzudenken. Dabei handelt es sich um mehrschichtige Verpackungsfolien, aus denen flexible Verpackungen hergestellt werden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Ware sowohl vor Umwelteinflüssen als auch vor Aromaverlust zu schützen. Was eine Weichfolie noch so besonders macht? Jede Menge High Tech!

Anforderungen an Lebensmittelverpackungen

Lebensmittel zählen zu den besonders empfindlichen Produkten – und lassen sich deshalb nicht einfach in irgendeine Folie verpacken. Aus diesem Grund muss eine Folienverpackung für Lebensmittel einen hervorragenden Schutz vor

  • Licht,
  • Sauerstoff,
  • Feuchtigkeit,
  • Austrocknung,
  • Verschmutzung,
  • Eindringen von Bakterien und Krankheitserregern,
  • mechanischer Beschädigung

gewährleisten. Ohne diese Barriereeigenschaften verderben Lebensmittel vorzeitig.

Weichfolien sind Barrierefolien

Weichfolien sind Verbundfolien mit einer Sperrschicht (Barrierefolien). Barrierefolien schränken die Sauerstoffdurchlässigkeit ein, um die Haltbarkeit der Produkte zu verlängern. Man unterscheidet zwischen Hochbarrierefolien (Hochbarriereschichten) und Folien mit mittlerer Barriere. Als Hochbarriere kommt wahlweise

PE-Schrumpffolie
PE-Schrumpffolie
  • EVOH (Ethylenvinylalkohol),
  • Siox (Ceramis).
  • Alox

zum Einsatz. Sowohl Ober- als auch Unterfolie bilden die entsprechende Barriere der Hart- bzw. Weichfolie. Viele Weichfolien wie PA (Polyamid)- oder PE (Polyethylen)-Folien besitzen eine sehr große Eigenbarriere, so dass keine weitere Hochbarriere nötig ist.

Besondere Eigenschaften von Weichfolien

Weichfolien sind Verbund- und Sperrschichtfolien mit vielen Pluspunkten. Sie zeichnen sich vorwiegend durch:

  • Transparenz,
  • Siegelfähigkeit ,
  • Tiefziehfähigkeit,
  • Folienplanlage,
  • thermische Belastbarkeit

aus. Darüber hinaus sind Barrierefolien enorm durchstoß- und reißfest und überzeugen mit einer brillanten Oberflächenstruktur der Folie. Kein Wunder, dass Weichfolien perfekt zum Verpacken von Lebensmitteln geeignet sind!

Aufbau von Weichfolien

Weichfolien bestehen aus mehreren Schichten, die in der Regel extrudiert werden. Für die Herstellung dieser flexiblen Folien haben sich ebenfalls Cast-, Blas- oder Coextrusionsverfahren bewährt. Als Weichfolien gelten vorwiegend Verbunde aus PA und PE.

Während Polyamid für die Sauerstoffbarriere und die Ausformung der Folienverpackung zuständig ist, sorgt Polyethylen für die beste Wasserdampfbarriere, Siegelschicht und Stabilität der Verpackung. Dabei wird die Tiefziehfreudigkeit der Weichfolie an die jeweiligen Anforderungen des zu verpackenden Produktes angepasst.

Einsatzbereiche von Weichfolien

Zwar haben Weichfolien im Vergleich zu Hartfolien wegen der ansprechenderen Positionierung von aufgeschnittener Ware im SB-Regal etwas an Bedeutung verloren; dennoch haben sich diese Dünnfolien ihr Berechtigungsdasein auf dem Markt verdient: Sie sind weiterhin perfekt als Vakummverpackungen und MAP (Modified Atmosphere Packaging – Verpacken mit modifizierter Atmosphäre).

Darüber hinaus haben sie sich als Standardfolien für Fleisch- und Wurstwaren sowie Molkerei-Produkte durchgesetzt. Am geläufigsten sind Weichfolien sind als Hochbarrierefolien für

  • Frischfleisch,
  • Geflügel,
  • Wurstprodukte,
  • Fisch,
  • Teigwaren,
  • Backwaren.

Ach ja – umweltbewusste junge Eltern kennen Weichfolien vielleicht noch aus einem ganz anderen Zusammenhang: In den letzten Jahren kommen sie verstärkt als Windelhosen zum Einsatz. Auch hier spielt die Barriereeigenschaft eine zentrale Rolle: Schnell über die wasch- und wiederverwendbare Baumwollwindel gezogen, verhindert sie das Durchnässen der Babykleidung. Ich bin immer wieder überrascht, welche Anwendungsbereiche sich für Kunststoffe finden lassen!

Beste Grüße aus Landsberg am Lech,

Ihr Mathias Weileder